Lisa-Mariechen Lutz

Eltern- und Familienberatung

Wenn die eigene Wut zu groß wird

Du willst ruhig bleiben.
Und plötzlich hörst du dich schreien.

Vielleicht hast du dir längst vorgenommen, beim nächsten Mal ruhiger zu reagieren. Dann verweigert dein Kind zum fünften Mal das Anziehen, Geschwister streiten, jemand braucht dich, der Tag ist sowieso schon zu viel und plötzlich wird deine Stimme laut.

Hinterher kommt das schlechte Gewissen.

Lass uns einen Schritt früher hinschauen.

Deine Wut beginnt wahrscheinlich früher, als du denkst.

Wenn du schreist, ist das der Moment, den alle hören.

Spannender ist häufig das, was vorher passiert.

Vielleicht bist du seit Stunden ansprechbar. Du hast mehrfach versucht, ruhig zu erklären. Ihr seid spät dran. Dein Kind weigert sich. Es ist laut. Dein Körper ist angespannt und du merkst, wie deine Geduld immer kleiner wird.

Dann reicht eine weitere Kleinigkeit.

Wut kann ein wichtiges Signal sein. Sie kann zeigen, dass Grenzen erreicht sind, Bedürfnisse zu kurz kommen oder eine Situation gerade mehr Kapazität verlangt, als verfügbar ist.

Deshalb interessiert mich bei Eltern-Wut weniger die Frage:

„Wie schaffe ich es, einfach ruhiger zu bleiben?“

Viel spannender finde ich:

„Was passiert mit mir, bevor ich so laut werde?“

Nimm dir einen Moment

Denk an das letzte Mal, als deine Wut richtig groß wurde.

Du brauchst die Situation gerade weder zu bewerten noch schönzureden. Schau sie dir einmal genauer an.

  1. 01

    Was ist unmittelbar vorher passiert?

    Was hat dein Kind getan? Wie war die Situation? Gab es Zeitdruck, Lärm, Streit oder viele Anforderungen gleichzeitig?

  2. 02

    Was war bei dir schon vorher los?

    Wie voll war dein Tag? Wie angespannt war dein Körper? Wie viel Kapazität hattest du zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch?

  3. 03

    Was hättest du in diesem Moment gebraucht?

    Ruhe? Unterstützung? Kooperation? Orientierung? Abstand? Entlastung? Geh dabei zunächst weg von der Frage, was dein Kind anders hätte machen sollen, und schau auf dich.

Vielleicht verändert diese Perspektive noch keine Situation. Sie kann dir allerdings zeigen, an welcher Stelle es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

Zwei Nervensysteme treffen aufeinander.

Dein Kind bringt in diesen Momenten seine eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Möglichkeiten mit.

Du ebenfalls.

Ein Kind kann gerade wütend sein, sich verweigern, weinen, schlagen oder immer wieder „Nein“ sagen. Gleichzeitig kann dein eigener Tag bereits so viel von dir verlangt haben, dass kaum noch Spielraum übrig ist.

Genau deshalb reicht es für mich zu kurz, ausschließlich auf das Verhalten des Kindes zu schauen.

Und genauso wenig möchte ich Eltern erklären, sie müssten sich einfach besser regulieren.

Mich interessiert das Zusammenspiel:

  • Was braucht dein Kind gerade?
  • Was brauchst du gerade?
  • Und wie können beide Seiten wieder miteinander in Verbindung kommen?

Vielleicht weißt du längst, wann du explodierst.

Du hast Bücher gelesen. Podcasts gehört. Beiträge gespeichert. Vielleicht kennst du sogar viele der Sätze, die du deinem Kind eigentlich sagen möchtest.

Und trotzdem gibt es diese Momente, in denen dein Wissen kaum erreichbar scheint.

Vielleicht möchtest du verstehen, warum genau diese Situationen dich so stark treffen. Vielleicht möchtest du früher wahrnehmen, wann deine eigenen Grenzen erreicht sind. Vielleicht möchtest du Wege finden, die zu dir, deinem Kind und eurem tatsächlichen Alltag passen.

Genau dort können wir gemeinsam hinschauen.

Eltern- und Familienberatung

Wir schauen gemeinsam hinter deine Wut.

In meiner Beratung geht es um deine konkreten Situationen zu Hause. Wir schauen gemeinsam darauf, was vor deiner Wut passiert, welche Bedürfnisse und Belastungen eine Rolle spielen und welche Dynamiken sich möglicherweise immer wiederholen.

Dabei betrachten wir sowohl dich als auch dein Kind.

Es geht um Verständnis, Orientierung und Möglichkeiten, die zu eurem Familienalltag passen.

Online oder persönlich im Raum Mölln + 20 km

Du weißt noch nicht, ob eine Beratung gerade zu euch passt?

In einem kostenlosen 10-minütigen Telefonat können wir kurz klären, worum es bei euch geht und ob mein Angebot dazu passt. Das Gespräch ist ein kurzer Eignungscheck und keine kostenlose Beratung.

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Deine Wut erzählt etwas.

Es lohnt sich, ihr zuzuhören, bevor sie so laut werden muss.

Lisa-Mariechen Lutz
Eltern- und Familienberaterin